Fachartikel
Reduzierung erhöhter Fundamentschwingungen an einer Kolbenverdichteranlage
Dr.-Ing. Johann Lenz, KÖTTER Consulting Engineers

Zur Verdichtung eines Wasserstoffgemisches werden in einer chemischen Fabrik unter anderem zwei 1-stufige Kolbenverdichter eingesetzt. Unter bestimmten Betriebsbedingungen sind im Bereich der Kolbenverdichter sowohl erhöhte Fundamenterschütterungen als auch stark überhöhte Rohrleitungsschwingungen beobachtet worden. Zur Reduzierung der festgestellten Fundamentschwingungen bestand die Möglichkeit, entweder die hohen Erregerkräfte zu reduzieren oder die Fundamentierung prinzipiell zu verändern. Da eine Sanierung des Fundamentes bzw. der Umbau des Kolbenverdichters mit einem zusätzlichen vollständigen Massenausgleich sehr aufwendig ist, wurde überprüft, ob weitere Möglichkeiten zur Schwingungsreduzierung bestehen. Durch ein abgestimmtes Unwuchtgetriebe konnte die Amplitude der 1. Ordnung theoretisch vollständig ausgeglichen werden. Die verbleibenden Schwingungen aufgrund der Massenkräfte der 2. Ordnung blieben nach wie vor unbeeinflusst. Nach Realisierung der Maßnahme wurde im Betrieb des Verdichters eine Nachmessung der Fundamentschwingungen durchgeführt. Es zeigte sich, dass die Fundamentschwingungen durch das Unwuchtgetriebe deutlich reduziert wurden. Der Richtwert für maximale horizontale Fundamentschwingungen von 160 µm wurde deutlich unterschritten. Damit konnte ein aus schwingungstechnischer Sicht problemloser Betrieb der Verdichteranlage garantiert werden.

 
« zurück